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Ungesättigte Fettsäuren und HDL-Blutspiegel - einfach oder mehrfach ungesättigt - was bringt mehr?:

Seit einigen Jahren sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA) in den Ruf geraten, die HDL-Werte zu senken, während die einfach ungesättigten Fettsäuren (MUFA) dies angeblich nicht tun.

Dies zu klären war Inhalt einer internationalen Übersicht von Prof. S. Heyden (Durham USA) und Prof. A. Wiesemann (Heidelberg), erschienen in der österreichischen Fachzeitschrift "Ernährung" Vol. 2 0/Nr. 6/1996.

Ausgewertet wurden die wichtigsten Diätexperimente der letzten Jahre, in denen es darum ging, wie einfach bzw. mehrfach ungesättigte Fettsäuren auf den Cholesterinspiegel wirken.

Die Ergebnisse waren eindeutig:

Reaktionen bei Diätexperimenten mit PUFA- bzw. MUFA-Anreicherung

Autoren Jahr PUFA-Wirkung auf HDL MUFA-Wirkung auf HDL
Experimente mit Formeldiäten und ungewöhnlich hohen Fettsäuremengen
Shepherd et al.
40 % PUFA/MUFA
1980 Senkung -
Mattson, Grundy
30 % PUFA/MUFA
1985 Senkung Senkung
Experimente mit üblichen Nahrungsmitteln und realistischen Fettmengen,
10-15 % PUFA/MUFA
Mensink, Katan 1989 (Senkung) bei Männern (Senkung) bei Männern
Wardlaw et al. 1990 - -
Dreon et al. 1990 - -
Chang, Huang 1990 - -
Ginsburg et al. 1990 - -
Singer et al. 1990 - -
Masana et al. 1991 - -
Berry et al. 1991 - -
Wahrburg et al. 1992 Senkung Senkung
Gustafsson et al. 1992 - -
Howard et al. 1995 - -
Erläuterungen zur Tabelle:
PUFA = mehrfach ungesättigte Fettsäuren
MUFA = einfach ungesättigte Fettsäuren
HDL = High-Density-Lipoprotein
Senkung = Senkung
(Senkung) = leichte Senkung
- = keine Veränderung

Die Übersicht zeigt, daß nur bei sog. Formeldiäten mit ungewöhnlich hohen Fettsäuremengen (30-40 % PUFA) der HDL-Spiegel im Blut deutlich gesenkt wurde.

In unserer Nahrung sind durchschnittlich 6 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Wie man aus der Tabelle ersehen kann, führen diese 6 % nicht zu einer HDL-Senkung. Es ist also falsch zu behaupten, bei unseren Lebensgewohnheiten würden mehrfach ungesättigte Fettsäuren den HDL-Spiegel senken, einfach ungesättigte Fettsäuren dagegen nicht.

Nur wenn Unmengen verzehrt werden, wirkt sich dies negativ aus. Aber dieses Prinzip gilt für alle Stoffe, also auch für alle Lebensmittel. "Die Dosis macht das Gift", das wußte schon Paracelsus. Die mehrfach ungesättigte Fettsäure "Linolsäure" ist sogar essentiell (= lebensnotwendig) und muß mit der Nahrung zugeführt werden, weil unser Körper diese nicht selbst herstellen kann. Sie ist in größeren Mengen in einigen pflanzlichen Ölen (aus Sonnenblumen, Soja, Distel und Mais) und in linolsäurereicher und Diätmargarine enthalten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die World Health Organisation (WHO) empfehlen 10 g Linolsäure täglich und die Drittel-Regelung der Fettsäuren:

  • 1/3 gesättigte Fettsäuren
  • 1/3 einfach ungesättigte Fettsäuren
  • 1/3 mehrfach ungesättigte Fettsäuren

bei 30 % Fettanteil der Gesamtkalorien.

Es besteht also kein Grund, diese Empfehlungen in Frage zu stellen, zumal wir mit einer Aufnahme von durchschnittlich 6 % mehrfach ungesättigten Fettsäuren von den Empfehlungen noch weit entfernt sind.

Interessierte können die Studie von S. Heyden und A. Wiesemann als Sonderdruck kostenlos beim Margarine-Institut anfordern.