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Pflanzliche Öle und Fette

Vorkommen: Fast alle Pflanzen enthalten - vorzugsweise in ihren Samen - Fette und Öle, wobei der individuelle Fettgehalt von sehr geringen Mengen bis zu 70% reichen kann. Grundsätzlich unterscheidet man bei den pflanzlichen Ölen und Fetten zwischen Fruchtfleischölen und -fetten (z. B. Palm- und Olivenöl) und Samenölen und -fetten (z. B. Kokosfett, Sonnenblumen- oder Sojaöl). Die traditionell fettliefernden Pflanzen wachsen überwiegend im Sonnengürtel der Erde, da für die Synthese des Fettes hohe Energiemengen erforderlich sind. Diese Energie liefert in erster Linie die Sonne. Durch spezielle Züchtungen ist es inzwischen jedoch auch möglich geworden, fettliefernde Pflanzen in größerem Umfang in den gemäßigteren Breiten erfolgreich anzubauen - z.B. Raps und Sonnenblumen.

Von Pflanzenfett spricht man, wenn es bei einer Temperatur von 20°C fest bleibt, von Pflanzenöl, wenn es bei dieser Temperatur flüssig ist. Ob Pflanzen in ihren Früchten und Samen flüssiges Öl oder festes Fett speichern, hängt von den Fettsäuren ab, die das jeweilige Fett überwiegend enthält. Überwiegt beispielsweise der Anteil ungesättigter Fettsäuren, entsteht ein Pflanzenöl. Feste Pflanzenfette enthalten dagegen prozentual mehr gesättigte Fettsäuren.

Vielfalt: Etwa 40 Pflanzen produzieren für die menschliche Ernährung geeignetes Öl bzw. Fett. Für die Produktion von Nahrungsfetten nutzt man jedoch hauptsächlich nur Palmöl, Sojabohnen, Sonnenblumen, Raps, Erd- und Kokosnüsse. Das Öl oder Fett jeder Pflanze ist eine arteigene Spezialität, die vor allem durch den unterschiedlichen Gehalt an bestimmten gesättigten und ungesättigten Fettsäuren charakterisiert ist. Die Fettsäurespektren der hauptsächlich angebauten Ölfrüchte unterscheiden sich nur relativ gering, weil es sich dabei im wesentlichen um nur sieben verschiedene Fettsäuren handelt: (C12) Laurin-, (C14) Myristin-, (C16) Palmitin-, (C18) Stearin-, (C18 - einfach ungesättigt) Öl-, (C18 - zweifach ungesättigt) Linol- und (C18 - dreifach ungesättigt) Linolensäure. Von Öl zu Öl bzw. von Öl zu Fett ist der jeweilige Gehalt dieser einzelnen Fettsäurearten allerdings sehr unterschiedlich. Charakteristisch für die meisten Pflanzenöle ist, daß die in ihnen überwiegend enthaltenen Fettsäuren einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind. Dies im Gegensatz zu den tierischen Fetten und Ölen, in denen der prozentuale Anteil gesättigter Fettsäuren erheblich höher ist.



Fettsäure-Spektren von Ölen
(Durchschnittswerte in g/100g)

SAFA
gesättigt

MUFA
einfach ungesättigt
w-9
PUFA
mehrfach ungesättigt
w-6 w-3
Fruchtfleischöle
Olivenöl
Palmöl
14
53
75,5
37
9,5 1
9,5 0,5
Samenöle
Rapsöl
Saflor- (Distel-) Öl
Walnußöl
Leinöl
Traubenkernöl
Sonnenblumenöl
Maiskeimöl
Sojaöl
7
9
9
10
11
12
13
14,5
62
13
16,5
18
17,5
25
34
21,5
21 10
77,5 0,5
60,5 14
14 58
71,5 0,5
62,5 0,5
52 1
56 8
Fischöle
Lachs
Hering
23,8
19,2
39,7
60,3
9,0 20,9
4,1 12,0


Fettsäure-Spektren von pflanzlichen Ölen und Fetten
(Durchschnittswerte in g/100g)

Pflanzliche Öle
SAFA
Total C4-C10 C12-C16 C18:0
+= C20
MUFA
C18:1 cis C18:1 trans
PUFA
Olivenöl
Rapsöl
Sojaöl
Maiskeimöl
Sonnenblumenöl
Safloröl
14
-
11,5 2,5
7
-
5 2
14,5
-
10,5 4
13
-
10,5 2,5
12
-
7 5
9
-
7 2
75,5
-
62
-
21,5
-
34
-
25
-
13
-
10,5
31
64
53
63
78
Pflanzliche Fette
Palmöl
Kokosfett
53
-
45 8
90,5 14 74 2,5
37
-
7
-
10
2,5