AUSFÜHRLICH UND WEITERFÜHREND
Fettlösliche Vitamine
Definition: Vitamine sind Baustoffe, die der menschliche Körper
nicht selbst herstellen kann, obgleich er sie für zahlreiche Stoffwechselvorgänge
benötigt. Nur Vitamin D bildet der Organismus in
der Haut selbst. Die Unterscheidungsmerkmale von Vitaminen beziehen sich 1. auf ihre
Löslichkeit - es gibt wasser- und fettlösliche Vitamine - und 2. auf ihre Wirksamkeit -
es gibt neurotrop, antioxidativ und am Zellkern wirksame Vitamine. Ihren hohen Stellenwert
verdanken die Vitamine ihrer Funktion als Bindeglied zwischen verschiedensten
Stoffwechselvorgängen. Ohne Vitamine läuft kaum eine Reaktion im menschlichen Körper
ab. Obgleich die verschiedenenen Vitamine bei vielen Stoffwechselprozessen Hand in Hand
arbeiten, verfügt jedes einzelne über ganz spezielle Funktionen. Deshalb können
Stoffwechselprozesse teilweise oder auch insgesamt erheblich gestört werden, wenn nur ein
einziges Vitamin fehlt. Alle Vitamine sind für den Menschen lebensnotwendig (essentiell)
und müssen täglich mit der Nahrung aufgenommen werden. Für alle gilt, daß sie bereits
in "kleinster Menge" wirken. Den Namen Vitamin (lat. vita = das Leben, amin =
stickstoffhaltige Verbindung) prägte K. Funk 1911. Nach heutigem Wissensstand ist er
nicht mehr zutreffend, da nicht alle Vitamine stickstoffhaltig sind.Löslichkeit:
Alle Vitamine benötigen als Lösungsmedium Wasser oder Fett, da sie nur in gelöster Form
über den Darm ins Blut und letztlich an ihren Wirkort transportiert werden können. Die
fettlöslichen Vitamine - A, D, E und K - können nur an ihren Wirkort kommen, wenn
gleichzeitig mit ihnen auch Fett verzehrt wird. Sie verteilen sich in den fetthaltigen
Räumen des Körpers, wobei es sich nicht nur um Fettzellen handelt, sondern auch um alle
Zellhüllen (Membranen). Sobald fettlösliche Vitamine mit Wasser in Kontakt kommen,
benötigen sie ein spezielles wasserlösliches Eiweiß (Hüllprotein) als Transportmittel,
das sie vorübergehend wasserlöslich macht. Im Gegensatz zu den wasserlöslichen
Vitaminen entfalten die fettlöslichen ihre Wirkung nur in wenigen Organen und Geweben
bzw. Zellbestandteilen.
Wirkspektrum: Von den vier fettlöslichen Vitaminen wirken Vitamin E und das Provitamin A (Beta-Carotin) antioxodativ (siehe Basisworte
Antioxidantien/LDL-Oxidation/Fettverderb). Diese antioxidativen Vitamine arbeiten als
zelleigener Schutz vor reaktivem Sauerstoff (freie Radikale). Die fettlöslichen Vitamine A und D sind an einigen Reaktionen
beteiligt, die sich direkt im Zellkern abspielen. Sie regeln z. B. das Wachstum von
Körperzellen und steuern die Herstellung von Proteinen, die wiederum die Voraussetzung
für den Aufbau und den Erhalt des gesamten Körpers bilden. Das fettlösliche Vitamin K
ist für die Bildung bestimmter Blutgerinnungsfaktoren notwendig.
Bedarf: Die Angaben über den täglichen Bedarf der einzelnen
Vitamine (Nährwerttabelle, Empfehlungen z. B. von der DGE = Deutsche
Gesellschaft für Ernährung) sind weder einheitlich, teilweise fehlerhaft
und berücksichtigen oft weder Alter, Gesundheitszustand, spezielle
Streßsituationen noch die durch Lagerung und Nahrungszubereitung entstehenden
Verluste. Die DGE empfiehlt gesunden Erwachsenen: 12-15 mg Vitamin
E, 0,8-1,1 mg Vitamin A ( bzw. 2-4 mg Beta-Carotin), 5-10 µg Vitamin
D, 70-80 µg Vitamin K.
Mangel: Eine schlechte oder bedrohlich niedrige Versorgung mit fettlöslichen
Vitaminen kommt in Industrienationen wie Deutschland praktisch nicht vor.
Mangelsituationen können auftreten, wenn die körpereigenen Reserven erschöpft sind, die
Nahrung einseitig oder stark fettreduziert ist oder Störungen von Fettstoffwechsel oder Fettverdauung
vorliegen. Die Speicherkapazität der verschiedenen Vitamine im menschlichen Körper ist
sehr unterschiedlich. Sie beträgt bei den fettlöslichen Vitaminen teilweise nur einige
Tage oder Wochen; Vitamin A kann 1-2 Jahre
gespeichert werden.

Quellen: Die wichtigsten Lieferanten für fettlösliche Vitamine sind
fetthaltige Nahrungsmittel. Vitamin E ist vorwiegend in pflanzlichen Ölen und Fetten
enthalten (z. B. in Weizenkeimöl, Leinsamen, allen pflanzlichen Öle mit hohem Gehalt an
mehrfach ungesättigten Fettsäuren und aus diesen Ölen hergestellten Produkte wie Pflanzenmargarine). Vitamin A kommt nur in tierischen Fetten vor (Leber und
Lebertran), während dunkelgrüne und orangefarbene Pflanzenteile reich an Beta-Carotin
sind (z. B. Paprika, Spinat). Vitamin D ist sowohl in pflanzlichen wie tierischen Ölen
und Fetten enthalten (Lebertran). Vitamin K findet sich vor allem in fetten Milchprodukten
und nichtfetten Gemüsesorten (z. B. Spinat, Sauerkraut, Rosenkohl).
Vitamin-E-reiche Lebensmittel, Nationale Verzehrsstudie
1991. |
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Mittlere tägliche Aufnahme von Vitamin E (mg) - wichtigste Lieferanten,
männliche Personen - VERA-Schirftenreihe, Band XII.
Vitaminverluste: Licht, Sauerstoff und Hitze zerstören Vitamine.
Vitaminschonend wirkt: Vitaminhaltige Nahrungsmittel so frisch wie möglich einkaufen, so
kühl wie möglich lagern, so kurz wie möglich kochen und so bald wie möglich verzehren.
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