UNSER INFORMATIONSMATERIAL Foliensatz mit Begleittexten:
Essen mit Genuss und Verstand - Fett ist nicht gleich fett
Energie und Bewegung 1900 - 2000
Fortschreitende Technisierung und steigender Wohlstand
führten in den letzten einhundert Jahren zu starken Veränderungen
in der Ernährungsweise: Die voluminöse, kohlenhydratreiche Kost
wurde zunehmend durch konzentrierte, fettreiche Nahrung abgelöst.
Uns liegen statistische Daten von 1900 bis 1989 vor (danach gab
es nur noch die Nationale Verzehrsstudie (NVS), die zum Vergleich
nicht heranziehbar ist).
Von 1900 bis 1989 (bis 1945 Reichsgebiet; ab 1949 Bundesrepublik
Deutschland) erhöhte sich der Gesamtfettverbrauch pro Kopf und
Tag von 68 Gramm um mehr als das Doppelte auf 137 Gramm. Diese
Entwicklung wurde nur während des 2. Weltkrieges unterbrochen,
der Zeit allgemeiner Unterversorgung. Mit dem Gesamtfettverbrauch
stieg im gleichen Zeitraum vor allem der Verzehr an unsichtbarem,
meist tierischem Fett (aus Fleisch, Wurst, Milchprodukten, Eiern,
usw.) von 26 auf 66 Gramm, dies entspricht einem Anteil am Gesamtverbrauch
von 48 %. Nach den anderen Daten in der NVS ist der Anteil "versteckter
Fette" auf ca. 69 % gestiegen (wie in Folie 11 gezeigt).
Es gibt zwei Gründe für den gestiegenen Fettverzehr:
- Fetthaltige Produkte schmecken den meisten besser als fettarme Produkte
(Beispiel: Fettgehalt in Käsesorten).
- Fetthaltige Produkte können wir uns heute leisten, früher kaum.
Ein höherer Fettverzehr (Energieaufnahme) wäre unproblematisch, wenn
wir ihn mit mehr Bewegung ausgleichen würden. Aber das Gegenteil war
der Fall: Das industrielle Zeitalter brachte umwälzende Veränderungen
unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die fortschreitende Technisierung
und Automatisierung führte dazu, dass die schwere körperliche Arbeit
immer mehr von Maschinen übernommen wurde. An die Stelle schwerer Muskelarbeit
trat zunehmend die geistige und bewegungsarme Tätigkeit mit dem Zwang
zu hoher Konzentration und schneller Reaktion. Geistige Tätigkeit verbraucht
aber weniger Energie als körperliche, benötigt also auch eine geringere
Energiezufuhr.
Wie bereits in der Folie 7 beschrieben, wird heute der durchschnittliche,
tägliche Energiebedarf unter Berücksichtigung unterschiedlicher körperlicher
Aktivitäten als Mehrfaches des Grundumsatzes (PAL) gemessen.
In den "Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr" der DGE sind Beispiele
für PAL-Werte zusammengestellt worden, z.B. PAL = 1,2 für ausschließlich
sitzende oder liegende Lebensweise oder 1,8 - 1,9 für Hausfrauen oder
Handwerker.
Körperlich anstrengende Arbeit wie vor 100 Jahren gibt es heute kaum
noch - Sport oft nur als Zuschauer am Fernseher.
Weitere Literatur:
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 1. Auflage (2000), - Umschau
Braus GmbH Verlagsgesellschaft Frankfurt
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