UNSER INFORMATIONSMATERIAL CD-ROM: Fett in der Ernährung Entwicklung der Arteriosklerose

Die Arterienwand ist in drei Schichten (von innen nach außen)
aufgebaut (Segment 1):
- Intima Endothel, Basalmembran und subendotheliales Bindegewebe
- Media Schicht glatter Muskelzellen
- Adventitia Bindegewebe mit kleinen Blutgefäßen
Die Response-to-injury-Hypothese basiert auf der
Tatsache, dass die Atherosklerose von einer Schädigung der
endothelialen Auskleidung der Arterien ausgeht. Das Endothel hat
eine Reihe wichtiger Funktionen:
- Es ist eine permeable Barriere für eine
Reihe von Substanzen und Hormonen, die aus dem Blut ins Gewebe
transportiert werden sollen.
- Es verhindert die Adhäsion von Thrombozyten an die Blutgefäßwand.
Zur Thromboseverhinderung werden verschiedene Stoffe freigesetzt,
so u. a. Prostacyclin und Heparansulfat.
- Es hält den Gefäßtonus aufrecht durch geregelte
Produktion von NO, Prostacyclin, Endothelin und Angiotensin II.
Die beiden ersten Substanzen erweitern die Arterie, die beiden
anderen verengen sie.
- Es bildet und sezerniert Wachstumsfaktoren und Cytokine.
- Es bildet und erhält das Bindegewebe, einschließlich
Basalmembran, auf dem die Endothelzellen ruhen.
- Die Adhäsion von Leukozyten an der Gefäßwand
wird verhindert.
- Es modifiziert chemisch Lipoproteine, die in die
Gefäßwand transportiert werden.
- Es bildet Plasminogen-Aktivator und Urokinase und reguliert
so das koagulatorische und fibrinolytische System. Bei Atherosklerose
wird Plasminogen-Aktivator-Inhibitor produziert, der das Gleichgewicht
in Richtung Thrombose verschiebt.
Kardiovaskuläre Risikofaktoren wie LDL-Hypercholesterinämie,
Bluthochdruck oder Zigarettenrauchen können eine oder mehrere
dieser Funktionen ungünstig verändern und so die Schutzfunktion
des Endothels für die Arterienwand beeinträchtigen.
Eine Schlüsselrolle in der Atheroskleroseentstehung kommt den
oxidierten LDL (ox-LDL) zu. Ox-LDL induzieren Adhäsionsmoleküle,
die zur Anlagerung von Zellen und biologisch hoch aktiven Stoffen
an die Gefäßwand führen, und dienen als Chemoattraktant
(Anlocker) für Mono- und Lymphozyten, die dadurch in die Gefäßwand,
den subendothelialen Raum penetrieren (Segment 2) und dort eine
wichtige pathophysiologische Rolle übernehmen. So werden die
ox-LDL rasch in die Makrophagen (so werden die Monozyten nach Penetration
in die Gefäßwand genannt) aufgenommen und können
diese in die so genannten Schaumzellen umwandeln. Makrophagen produzieren
Wachstumsfaktoren und Cytokine, die teilweise die Antwort von T-Lymphozyten,
anderen Makrophagen sowie von Endothel- und glatten Muskelzellen
regulieren (Segment 3). Sie stimulieren durch die Produktion bestimmter
Faktoren ihr eigenes Wachstum, aber auch jenes der benachbarten
glatten Muskelzellen, z. B. durch den Platelet-derived growth
factor, und von Lymphozyten durch die Bildung von Interleukin-2.
Die Vermehrung der Makrophagen und der glatten Muskelzellen im suben-dothelialen
Raum spielt eine Schlüsselrolle in der Atherogenese.
Aber auch die Makrophagen können die LDL oxidieren. Diese hochreaktiven
Partikel können dann wiederum benachbarte glatte Muskel- und
Endothelzellen schädigen. Die Makrophagen produzieren aber
auch Bindegewebsfasern auflösende Enzyme wie Collagenase und
Elastase. Diese Enzyme können von wesentlicher Bedeutung bei
der Entstehung von regressiven Veränderungen sein, das heißt
bei der Auflösung von Bindegewebe, dass die Cholesterinpools
konfluieren können und es zur Entstehung des so genannten Lipid
core kommt (Segmente 4 und 5).
Zwar kommt es auch durch den Alterungsprozess zu einer mäßigen
Anreicherung von Muskelzellen in konzentrischer Anordnung, bei der
Entwicklung der Atherosklerose akkumulieren sie jedoch nur an einer
Stelle der Blutgefäßwand. Es scheint verschiedene Typen
von Muskelzellen zu geben. Einen so genannten kontraktilen
Typ und einen synthetischen Typ. Der synthetische
Typ reagiert auf Wachstumsfaktoren, produziert Bindegewebsfasern
und ist damit für die Vermehrung des Bindegewebes in einer
atherosklerotischen Läsion verantwortlich (Segment 4). Cytokine,
die aus sich an die erodierte Oberfläche atherosklerotischer
Läsionen anlagernden Thrombozyten freigesetzt werden, führen
zu einer Beschleunigung der dargestellten Vorgänge. Kommt es
zu Gewebsuntergang oder zu Einblutungen, dann sind die Voraussetzungen
für die Einlagerung von Kalk geschaffen, die Gefäßverkalkung
hat ihr Vollbild erreicht.
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