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CD-ROM: Fett in der Ernährung
Verteilung der LDL-Cholesterinkonzentration bei Männern mit koronarer Herzkrankheit (KHK)und Kontrollen

Patienten mit und ohne koronare Herzkrankheit haben zu einem erheblichen Anteil vergleichbar hohe LDL- und Gesamt-Cholesterinkonzentrationen. Daraus zu schließen, dass die LDL-Cholesterinkonzentration ohne Bedeutung für das koronare Risiko ist, wäre jedoch falsch.

Das Risiko der LDL-Cholesterinkonzentration wird nämlich moduliert:

  1. durch das Vorhandensein anderer Risikofaktoren, wie z. B. von Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Zigarettenrauchen und deutlichem Übergewicht;

  2. durch die vorliegende HDL-Cholesterinkonzentration (siehe Folie 23). So geht z. B. selbst eine LDL-Cholesterinkonzentration von 220 mg/dl mit keinem wesentlichen koronaren Risiko einher, wenn gleichzeitig HDL-Cholesterin sehr günstig, d. h. um 80 mg/dl liegt;

  3. durch das Vorliegen einer familiären kombinierten Hyperlipidämie. Bei ihr liegt trotz nur mäßig erhöhtem LDL-Cholesterin ein deutlich gesteigertes kardiovaskuläres Risiko vor. Die Leberzelle synthetisiert als Antwort auf den Zustrom von freien Fettsäuren aus dem Fettgewebe zur Leber kleine, triglyceridarme, damit Apolipoprotein-B-100-reiche VLDL-Partikel, die eine hohe atherogene Potenz haben. Intermittierend kann auch die Triglycerid-Synthese (möglicherweise durch Änderung in der Funktion des mikrosomalen Triglyceridtransportproteins) in der Leber gesteigert sein, sodass sich die Störung entweder als Hypertriglyceridämie, LDL-Hypercholesterinämie oder gemischte Hyperlipidämie manifestieren kann. Inzwischen sind auch andere Formen der familiär kombinierten Hyperlipidämie beschrieben worden, bei der eine Störung des Abbaus der VLDL zu ihrer abnormen Zusammensetzung führt. Außerdem scheint es Formen zu geben, bei denen vermehrt kleine, dichte LDL vorliegen. Die Erhöhung der Serumkonzentrationen von Cholesterin und Triglyceriden ist, wie bereits erwähnt, meist nur gering ausgeprägt (180-300 mg/dl). Typisch ist häufig in der Familienanamnese, dass Herzinfarkte vor dem 60. Lebensjahr aufgetreten sind. Hinweisend und für die Abgrenzung zur familiären Hypertriglyceridämie nütz lich ist, dass in der Familie Verwandte 1. Grades unterschiedliche Fettstoffwechselstörungen (Hypercholesterinämien, Hypertriglyceridämien, gemischte Hyperlipidämien) aufweisen. Die Häufigkeit in der Bevölkerung soll bei 1 : 200 liegen, nach anderen Angaben sogar bei 1 : 100. Die familiär kombinierte Hyperlipidämie kann häufig bei Patienten (< 70 Jahre) mit überlebtem Herzinfarkt (20-60 %) diagnostiziert werden.