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CD-ROM: Fett in der Ernährung
Grenz- und Zielwerte für die Serum-Lipide

Eine Therapie der LDL-Hypercholesterinämie sollte eingeleitet werden, wenn das LDL-Cholesterin über
160mg/dl liegt und kein oder ein zusätzlicher kardiovaskulärer Risikofaktor vorliegt. Wenn zwei oder mehr zusätzliche Risikofaktoren vorhanden sind, gilt dies bereits bei einer LDL-Cholesterinkonzentration > 130 mg/dl. Bei manifester koronarer Herzkrankheit ist die Therapieindikation bei Werten über 100 mg/dl gegeben. Unabhängig davon ist eine Therapie notwendig, wenn das LDL-/HDL-Cholesterinverhältnis über 4 liegt, oder über 3, wenn eine koronare Herzkrankheit besteht oder andere kardiovaskuläre Risikofaktoren vorliegen (Adipositas, Diabetes mellitus, Hypertonie, Zigarettenrauchen). Selbstverständlich sollten auch primär die begleitenden Risikofaktoren eliminiert werden, z. B. durch Beendigung des Zigarettenrauchens oder Gewichtsabnahme.
Eine medikamentöse lipidsenkende Therapie sollte nach den Empfehlungen des National Cholesterol Edu-cation Program der USA jedoch nur in Erwägung gezogen werden, wenn es nicht gelingt, durch Lebensstiländerung eine LDL-Cholesterinkonzentration unter 190, 160 oder 130 mg/dl zu erreichen.

Bei Hypertriglyceridämie sollte eine Therapie erwogen werden, wenn die Triglyceridkonzentration zwischen 200 und 400 mg/dl liegt, bei höheren Werten ist sie in jedem Fall zur Vermeidung des Chylomikronämie-Syndroms (Triglyceride > 1.000 mg/dl mit daraus resultierenden klinischen Symptomen wie einer akuten Pankreatitis) notwendig. Sind in der Familie jedoch vorzeitig (< 60 Jahre bei Männern, < 70 Jahre bei Frauen) atherosklerotische Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall aufgetreten oder lässt sich eine familiäre kombinierte Hyperlipidämie oder eine familiäre Dysbetalipoproteinämie diagnostizieren, ist auch bei Konzentrationen zwischen 200 und 400 mg/dl eine konsequente Therapie einzuleiten. Dies gilt auch bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus, deren Risiko gleich hoch ist wie von Patienten mit bestehender koronarer Herzkrankheit.
Die diätetischen Maßnahmen (siehe Folie 30) sollten in der Regel mindestens sechs Monate allein angewandt werden. Ausnahmen, bei denen bereits sofort oder nach ein bis zwei Monaten ggf. antilipämische Medikamente zusätzlich verabreicht werden, sind Patienten mit bereits manifester koronarer Herzkrankheit oder anderen atherosklerotischen Komplikationen und genetische Fettstoffwechselstörungen mit extrem hohem kardiovaskulärem Risiko, wie z.B. der familiären Hypercholesterinämie.