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CD-ROM: Fett in der Ernährung
Einfluss der Nahrungsbestandteile auf LDL-Cholesterin,
HDL-Cholesterin und Triglyceride

Gesättigte Fettsäuren

Die vermehrte Aufnahme gesättigter Fettsäuren führt ebenso wie eine erhöhte Cholesterinzufuhr zu einem individuell unterschiedlich ausgeprägten Anstieg des Serum- und LDL-Cholesterins. Wahrscheinlich sprechen Individuen, die auf vermehrte Cholesterinzufuhr mit einem deutlicheren Anstieg des Serum- und LDL-Cholesterins reagieren, auch auf die Erhöhung der Aufnahme von gesättigten Fettsäuren stärker an. Die beschriebenen Effekte finden sich jedoch nicht bei allen gesättigten Fettsäuren, die Stearinsäure (C 18:0) verhält sich neutral.


Einfach ungesättigte Fettsäuren

Durch Ersatz der gesättigten durch einfach ungesättigte Fettsäuren kann eine Senkung des LDL-Cholesterins erreicht werden.
Bei der Hydrierung, der Härtung, von Pflanzenölen, die reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, entsteht in gewissem Umfang die Elaidinsäure, die trans-Konfiguration der cis-Ölsäure.


Auch 100 g Milchfett enthalten 4-8 g trans-Fettsäuren. Trans-Fettsäuren steigern in gleichem Ausmaß wie gesättigte Fettsäuren das LDL-Cholesterin, können jedoch zusätzlich das HDL-Cholesterin um bis zu 15 % reduzieren. In Deutschland liegt heute die durchschnittliche Aufnahme von trans-Fettsäuren bei 0,8 Energieprozent. Dadurch wird HDL- und LDL-Cholesterin praktisch nicht verändert. Diät- und Pflanzenmargarinen enthalten heute in Deutschland keine nennenswerten Mengen an trans-Fettsäuren. Siehe Folie 46.


Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

w-6-Fettsäuren
Die wichtigste w-6-Fettsäure ist die Linolsäure. Gegenüber der einfach ungesättigten Ölsäure lässt sich eine zusätzliche günstige Wirkung auf das LDL-Cholesterin nachweisen, ein wesentlicher Teil der Wirkung besteht jedoch ebenfalls in der Vermeidung der gesättigten Fettsäuren mit ihrem ungünstigen Einfluss auf die LDL-Rezeptoraktivität. In sehr hoher Dosis (Verhältnis von mehrfach ungesättigten/gesättigten Fettsäuren (P/S-Quotient) > 2) können mehrfach ungesättigte Fettsäuren bei bestimmten Patienten das antiatherogene HDL-Cholesterin gering senken.

w-3-Fettsäuren
w-3-Fettsäuren scheinen die Häufigkeit des "plötzlichen Herztods" vermindern zu können. Im Fettstoffwechsel sind Fischöle und spezielle Algenöle in der Lage, sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten mit Hypertriglyceridämie die Triglyceridkonzentration im Serum zu senken.


Cholesterin

Eine hohe Cholesterinzufuhr mit der Nahrung erhöht LDL-Cholesterin, weil die Aktivität der LDL-Rezeptoren reduziert wird und dadurch weniger LDL aus dem Blut aufgenommen werden können.
 

Ballaststoffe

Für die in unserer Ernährung am häufigsten vorkommenden Ballaststoffe, wie Cellulosen und Hemicellulosen, lässt sich keine eigenständige Wirkung auf den Lipoproteinstoffwechsel nachweisen.
Die Empfehlung, die Ballaststoffzufuhr auf mehr als 35 g/Tag zu erhöhen, beabsichtigt daher, die Energiedichte der Nahrung zu vermindern. Es sollen damit weniger Fett und weniger gesättigte Fettsäuren aufgenommen werden.


Alkohol

Alkohol steigert die Synthese und Sekretion der VLDL und hemmt in höheren Konzentrationen auch den Abbau der VLDL, sodass es zur Manifestation oder Verschlechterung einer Hypertriglyceridämie kommt. Alkohol ist in der Lage, das HDL-Cholesterin zu erhöhen, und zwar sowohl die HDL2- als auch die HDL3-Unterfraktion. Bei einem regelmäßigen Alkoholkonsum über 15g/Tag steigt die Gesamtsterblichkeit an. Ursache dafür sind häufigere Todesfälle durch Lebererkrankungen, Schlaganfälle, Krebs und Unfälle. Tatsache ist auch, dass sich im Laufe der Jahre, wie in Studien gezeigt, der Alkoholkonsum im Mittel mehr als verdoppelt. Alkohol muss bei Patienten mit Hypertriglyceridämie vermieden werden, bei Vorliegen einer LDL-Hypercholesterinämie ist auf nur mäßigen Alkoholkonsum Wert zu legen.


Gewichtsreduktion


Gewichtsreduktion kann sich günstig sowohl auf die LDL- und HDL-Cholesterinkonzentration als auch auf die Triglyceride auswirken. Siehe Folien 41 und 42.


Einfache Zucker


Kohlenhydrate beeinflussen das LDL-Cholesterin nicht. Dagegen kommt es bei einer hohen Kohlen-hydratzufuhr zu einer Steigerung der VLDL-Synthese in der Leber und damit zu einem Anstieg der Triglyceridkonzentration im Blut. Der Anstieg der Triglyceridproduktion ist bei vorbestehender genetisch bedingter Hypertriglyceridämie oder vorliegendem metabolischem Syndrom besonders ausgeprägt. Auch scheint bei hoher Kohlenhydratzufuhr die Aktivität der Lipoproteinlipase gehemmt zu werden, sodass auch der Katabolismus der VLDL ungünstig beeinflusst wird. Saccharose (Rohrzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) wirken besonders ungünstig.


Eiweiß

Sowohl der Ersatz von tierischem Protein durch Sojabohneneiweiß als auch die zusätzliche Gabe von Sojabohneneiweiß führt zu einer signifikanten Verringerung des Serum- und LDL-Cholesterins. Je höher der Ausgangswert, desto stärker die Wirkung von Sojaeiweiß.