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CD-ROM: Fett in der Ernährung
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Krebs

 

Es wurde diskutiert, ob mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufgrund ihrer größeren Anfälligkeit gegenüber Oxidanzien ein vermehrtes Risiko für bestimmte Kar-zinome mit sich bringen. 1997 wurde sehr umfangreich die Datenlage zur Beziehung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren und dem Entstehen von Brustkrebs zusammengefasst1. Die Expertengremien des American Institute for Cancer Research und des World Cancer Research Fund kamen zu folgender Schlussfolgerung: "Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren oder pflanzlichen Ölen hat wahrscheinlich kein erhöhtes Brustkrebsrisiko, unabhängig von deren Anteil an der Gesamtfettaufnahme". Dagegen wurde festgestellt, dass gesättigte Fettsäuren wahrscheinlich das Risiko für Brustkrebs erhöhen, einfach ungesättigte Fettsäuren es per se wahrscheinlich nicht beeinflussen.

Zock und Katan2 fassten 1998 in einer Meta-Analyse 16 Fallkontrollstudien und 14 Veröffentlichungen über prospektive Kohortenstudien zusammen. Bei den Fallkontrollstudien wurden insgesamt 6.910 Frauen mit Brustkrebs und 8.536 Kontrollen erfasst. Frauen mit einem hohen Verzehr an Linolsäure hatten ein relatives Risiko von 0,84 (95 % Konfidenzintervall: 0,71-1,00). In der Meta-Analyse der prospektiven Kohortenstudien ergab sich bei einem um 10 g/Tag höheren Verzehr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren ein relatives Risiko von 1,05 (95 % Konfidenzintervall: 0,83-1,34). Auch in einer weiteren prospektiven Kohortenstudie ergab sich kein Hinweis für eine solche Korrelation3. Es handelt sich um Daten der Nurses' Health Study. In dieser Studie wurden 88.295 Frauen über 14 Jahre beobachtet. Bei 2.956 von ihnen trat ein Mammakarzinom auf. Dabei zeigte sich weder bei prämenopausal noch bei postmenopausal aufgetretenen Fällen von Brustkrebs eine statistisch nachweisbare Beziehung zwischen dem Verzehr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und dem Auftreten der Erkrankung. Für eine Steigerung der Zufuhr an mehrfach ungesättigten Fettsäuren um 5 % der täglichen Energieaufnahme wurde das relative Risiko bei den postmenopausalen Frauen mit 0,88 errechnet, bei den prämenopausalen mit 0,99. Im Vergleich dazu zeigte sich eine Zunahme des relativen Risikos pro 0,1 Energie-% mehr an w-3-Fettsäuren um 10 % für prämenopausale und um 9 % für postmenopausale Mammakarzinome.
In der Meta-Analyse von Zock und Katan2 ergab sich auch kein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren für Dickdarm- oder Prostatakrebs.

Literatur

1American Cancer Research Fund und American Institute for Cancer Research:
Food, Nutrition and the Prevention of Cancer: a global perspective. (1997)


2Zock, P. L., M. B. Katan:
Linoleic acid intake and cancer risk: a review and meta-analysis.
Am. J. Clin. Nutr. 68 (1998) 142-153


3Holmes, M. D., D. J. Hunter, G. A. Colditz, et al.:
Association of dietary intake of fat and fatty acids with risk of breast cancer.
JAMA 281 (1999) 914-920