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CD-ROM: Fett in der Ernährung
Margarine mit Sitosterin

Seit fast 50 Jahren wird b-Sitosterin (b-Sitosterol) zur Behandlung der Hypercholesterinämie eingesetzt. Es zeichnet sich durch eine sehr gute Verträglichkeit aus. Außer leichten abdominellen Beschwerden wurde nicht von Nebenwirkungen berichtet. Dabei wurden Dosierungen bis zu 25 g/Tag untersucht. b-Sitosterin ist ein pflanzlicher Bestandteil, der eine große Ähnlichkeit zum Cholesterin aufweist. Einziger Unterschied ist eine zusätzliche Ethylgruppe an C 24. Durch industrielle Hydrierung können aus Sterinen (Sterolen) Stanole hergestellt werden. In einem neuen therapeutischen Ansatz werden b-Sitosterin, b-Sitostanol und andere Phytosterole und -stanole Pflanzenmargarinen beigemischt, um eine deutlichere LDL-Cholesterinsenkung als durch den Ersatz von gesättigten durch ungesättigte Fettsäuren alleine zu erreichen.

Phytosterole - am besten untersucht ist b-Sitosterin - hemmen kompetitiv die Absorption von exogenem und die Reabsorption von endogenem (biliärem) Cholesterin aus dem Darm. Phytosterole finden sich in Pflanzenölen, Samen, Nüssen, Gemüse und Obst. Die Aufnahme mit der Nahrung liegt je nach Population zwischen 180 und 400 mg/Tag. Dabei handelt es sich in erster Linie um b-Sitosterol (65 %) und Campesterol (30 %).
Eine Reihe von Studien belegt den guten Effekt von b-Sitosterin- oder b-Sitostanol-haltigen Margarinen auf den Fettstoffwechsel.
An 100 Probanden (Alter 45,0 ± 12,8 Jahre) wurde eine Vergleichsstudie (randomisiert, doppeltblind) zwischen mit Pflanzensterolen (Sterolester, hauptsächlich b-Sitosterin, Campesterol und Stigmasterol) oder b-Sitostanol angereicherten Margarinen durchgeführt (Soja und Benecol). Die Zusammensetzung der verschiedenen Margarinen findet sich in der Folie. Täglich wurden 30 g Margarine verzehrt, die Dauer jeder Phase lag bei 24 oder 25 Tagen. Es fand sich kein Unterschied im Ausmaß der LDL-Cholesterinsenkung zwischen diesen beiden Margarinen, jedoch vermindern beide Zubereitungen deutlich LDL-Cholesterin gegenüber der Vergleichsmargarine ohne Zusatz.

Zubereitung: LDL-Cholesterinkonzentration
  mg/dl Änderung
Flora* 129,9  
Benecol 114,5 -12%
Soja 112,9 -13%
Reiskleie 128,0 -1,5%
Sheanuss 128,8 -0,9%
* = engl. becel (Vergleichsmargarine ohne Phytosterole)

Verglichen wurde die Wirkung dieser beiden Margarinen mit anderen Zubereitungen, die Phytosterole aus Reiskleieöl und Sheaöl enthielten. Diese dort enthaltenen Phytosterole zeigten jedoch keine LDL-cholesterinsenkende Wirkung. Die Plasmakonzentrationen an a- und b-Carotin sanken unter Benecol um 22 %, unter b-Sitosterolhaltiger Margarine um 23 %, unter Sheaölhaltiger Margarine jedoch um 43 %. Die Unterschiede waren auch nach Korrektur für die Lipidkonzentration im Plasma vorhanden.
Eine Margarine mit vorwiegend b-Sitosterin senkte damit LDL-Cholesterin gleich ausgeprägt wie eine b-Sitostanolhaltige Margarine.
Margarinezubereitungen mit natürlich vorkommenden Phytosterolen und durch industrielle Hydrierung hergestellten Phytostanolen sind in der Lage, die LDL-Cholesterinkonzentration im Plasma zu senken. Klinisch relevante Nebenwirkungen konnten nicht beobachtet werden. Die Wirkung konnte auch bei Kindern, Diabetikern und bei Patienten, die bereits CSE-Hemmer einnahmen, nachgewiesen werden. Der Effekt war auch unabhängig davon, ob bereits eine fettreduzierte und -modifizierte Ernährung eingehalten wurde. Damit ist die Verwendung solcher Margarinezubereitungen eine neue, wichtige Ergänzung der diätetischen Primärprävention im Kindes- und Erwachsenenalter. In der Sekundärprävention kann die Wirkung der diätetischen und medikamentösen Maßnahmen unterstützt werden. Phytosterole wirken dabei vergleichbar wie Phytostanole.