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CD-ROM: Fett in der Ernährung
Eignung von Nahrungsfetten und -ölen für unterschiedliche Garmethoden


Viele Nahrungsmittel werden unter Anwendung erhöhter Temperaturen zubereitet bzw. gegart. Unter Hitzeeinwirkung lockert sich die Faserstruktur. Eiweiß quillt und gerinnt, Stärke verkleistert. Manche Nahrungsbestandteile können erst im gegarten Zustand resorbiert werden, da z. B. die enzymatische Spaltung von nativem (unverändertem rohen) Eiweiß sehr viel langsamer verläuft als in koagulierter (geronnener) Form.
Darüber hinaus sind es bei vielen Nahrungsmitteln vor allem geschmackliche Gründe, die eine Hitzebehandlung wünschenswert machen. Durch geeignete Garverfahren kann der Geschmacks- und Genusswert erheblich gesteigert werden.
Auf der Folie sind die gebräuchlichsten Gartechniken unter Verwendung von Fett, die Temperaturbereiche und geeignete Fette zusammengefasst. Bei den Empfehlungen für die Fettart stehen Margarine oder Pflanzenöle nur als Kategorie. Jedoch ist nicht grundsätzlich jede Margarine und jede Ölsorte gleich gut geeignet (siehe auch Folie Nr. 49 "Erhitzen von Fetten"). Da bei der Angabe der Temperaturbereiche die Einstellungen auf den Küchengeräten mitberücksichtigt wurden, sind zum Teil sehr hohe Maximalwerte angegeben. Diese Höchstwerte werden im jeweiligen Gargut in aller Regel nicht erreicht.


Margarine

Zum Braten bei niedrigen Temperaturen (bis 150 °C), z. B. bei Pfannkuchen, eignen sich alle Margarine-Arten mit Ausnahme der fettreduzierten Sorten mit hohem Wassergehalt, da diese zu sehr spritzen würden. Anders ist dies beim Backen. Hier eignen sich neben vollfetten Varianten für einige Teige auch Dreiviertelfett- und Halbfettmargarine (z. B. für Rührteig). Um ein akzeptables Backergebnis zu erreichen, muss jedoch etwas mehr Halbfettmargarine eingesetzt werden.

Pflanzenöle

Pflanzenöle sollten nicht über ihren Rauchpunkt erhitzt werden. Darum ist es wichtig für Garverfahren, die besonders hohe Temperaturen erfordern, ein Öl auszuwählen, das problemlos erhitzt werden kann. Hierzu eignen sich gängige raffinierte Pflanzenölsorten wie z. B. Sojaöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl und Maiskeimöl. Wenn nicht so hohe Temperaturen (bis ca. 150 °C) erreicht werden, wie z. B. beim Dünsten, Kurzbraten von Fisch oder Schmoren, können auch nicht so hitzestabile Öle, wie z. B. kaltgepresstes Olivenöl oder kaltgepresstes Rapsöl, eingesetzt werden.

Gebräuchliche Gartechniken unter Verwendung von Fetten und Ölen sind:

1. Dünsten (auch Abschmelzen)
2. Kurzbraten und Stocken
3. Langbraten
4. Schmoren
5. Frittieren
6. Backen
7. Grillen

Für die einzelnen Gartechniken werden unterschiedliche Wärmeübertragungsformen (von der Gefäßwand oder Wärmequelle zur Oberfläche des Gargutes) sowie unterschiedliche Temperaturbereiche (Temperaturhöhe und -führung) angewendet.

Wärmeübertragung auf das Gargut:

Wärmeströmung - Konvektion
Die Wärmeübertragung auf das Gargut erfolgt allseitig durch erhitzte Flüssigkeiten (Wasser oder Fett). Die Flüssigkeiten geraten durch die Wärmezufuhr in aufsteigende, strömende Bewegung, z. B. beim Dünsten, Frittieren, Garen des Schmorgutes nach dem Anbraten.

Wärmestrahlung
Die Wärmeübertragung erfolgt durch Strahlung trockener Hitze, die konzentriert auf eine Seite des Gargutes einwirkt, und zwar so lange, bis dieses durch Drehen oder Wenden allseitig gar ist, z. B. beim Grillen.

Wärmestrahlung/Wärmeleitung
Hier wirkt eine kombinierte Wärmeübertragung auf das Gargut ein, z. B. beim Backen, Langbraten im Backofen.
Wärmeübertragendes Medium ist beim Kurzbraten, Anbraten des Schmorgutes und Frittieren das Fett. Es kann beim Garvorgang Temperaturen von ca. 200 °C erreichen. Beim Backen, Langbraten und Grillen kann die Temperatur der trockenen Luft 300 °C und mehr betragen.
Bei den Garverfahren unter Mitwirkung von heißem Fett bildet sich bei Umgebungstemperaturen bis maximal 200 °C eine Kruste aus koaguliertem (geronnenem) Eiweiß, aus dextrinierten und karamelisierten Kohlenhydraten. Die Krustenbildung vermindert den Flüssigkeitsaustritt, das Gargut trocknet weniger aus und bleibt saftiger. Außerdem gehen weniger Inhaltsstoffe, z. B. Geschmacksstoffe, Vitamine usw., verloren. Ursache für die braune Oberflächenfarbe
eiweißhaltiger Nahrungsmittel ist die Maillard-Reaktion (= nicht enzymatische Bräunung).

Garverfahren und geeignete Fette

1. Dünsten (auch Abschmelzen)
Temperaturbereich 90-100 °C. Dünsten ist Garen unter Zugabe von Fett im eigenen
Saft, evtl. auch unter Beigabe von wenig Flüssigkeit, wobei die Geschmacksstoffe des Gargutes frei werden. Hierfür bietet sich die Verwendung von Margarine, Butter, Pflanzenöl und halbflüssigen Pflanzencremes und Pflanzenöl an. Beim Dünsten dürfen weder Gargut noch Fond Farbe annehmen.
Abschmelzen: Durch Beigabe von Fett auf das fertig gegarte Nahrungsgut wird eine Geschmacksabrundung erreicht. Hierzu sind Butter, Margarine und halbflüssige Pflanzencremes [Emulsionsfette] besonders geeignet, zumal auch bei diesen Temperaturbedingungen die mehrfach ungesättigten Fettsäuren voll erhalten bleiben.

2. Kurzbraten und Stocken
Temperaturbereich 120-200 °C
Kurzbraten: Braten von kleineren Fleischstücken, Fisch und z. B. Eierkuchenteigen mit Fett in der Pfanne. Das Bratgut wird einseitig gebräunt und muss gewendet werden. Hierbei bilden sich die gewünschten Röststoffe, die dem Gargut den charakteristischen Geschmack verleihen. Außerdem entsteht eine Kruste, die das Auslaufen des Fleischsaftes und das Austrocknen verhindert. Besonders geeignet sind Pflanzenfette, Pflanzenöle, halbflüssige Pflanzencremes und Schmalz, bei kurzer Bratzeit und niedrigen Temperaturen (bis 150 °C) auch Margarine. Zu beachten ist hier, dass wegen der hohen Wärmeabstrahlung die Temperaturen in der Pfanne in der Regel nicht über 150 °C hinausgehen.
Stocken: Darunter versteht man das Garen von Eiern bzw. Eimasse bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, wobei das Eiweiß fest wird (gerinnt). Das geschieht üblicherweise in der Pfanne (z. B. Spiegelei) unter Beigabe von Fett (Butter/Margarine). Stocken ist aber auch möglich in Förmchen, die im Wasserbad oder im Backofen erhitzt werden.

3. Langbraten im Backofen
Temperaturbereich 140-250 °C
Garen von größeren Fleischstücken oder Geflügel im Backofen durch heiße Luft. Die Hitze erreicht das Gargut von allen Seiten. Fett wird lediglich zum Bestreichen oder Übergießen verwendet. Geeignete Fette sind Pflanzenfette, Pflanzenöle, halbflüssige Pflanzenöle und Schmalz.

4. Schmoren
Temperaturbereich 200-90 °C (Anbraten 2000 °C, Weitergaren 90 °C)
Schmoren ist ein kombiniertes Garverfahren. Das Bratgut - vorrangig Fleisch, Gemüse nur bedingt - wird zunächst in heißem Fett scharf angebraten. Hierbei bilden sich erwünschte Röststoffe aus Eiweiß und Kohlenhydraten, die z. B. Fleisch den pikanten verleihen. Beim Anbraten entsteht eine feste Kruste, die das Auslaufen des Fleischsaftes verhindert. Nach dem Anbraten wird Flüssigkeit (Wasser, Brühe, Wein) zugegeben. Dabei sinkt die Temperatur, bei der dann die Speisen vollends garen. Geeignete Fette sind: Pflanzenfette, Pflanzenöle, halbflüssige
Pflanzenöle und Schmalz und wegen der kurzfristig hohen Temperatur beim Anbraten auch Margarine.

5. Frittieren
Temperaturbereich 150-190 °C
Das Gargut wird schwimmend im Fettbad ausgebacken. Das Fett sorgt für eine gleichmäßige Verteilung und Übertragung der Hitze. Das Gargut wird erst eingelegt, wenn das Fett heiß ist bzw. die richtige Temperatur hat. Dadurch bildet sich eine braune Kruste, die verhindert, dass weiteres Fett in das Backgut eindringt und Wasser (Feuchtigkeit) austritt. Liegt die Temperatur darunter, saugt das Frittiergut viel Fett auf. Wird mit höheren Temperaturen gearbeitet, verkrustet das Frittiergut sehr stark, im Inneren ist es jedoch noch nicht gar. Die optimale Temperatur liegt für die meisten Lebensmittel zwischen 150 und 175 °C. Damit die Temperatur des Fettes beim Frittiervorgang nicht absinkt, sollten nicht so viele Stücke auf einmal ins Fettbad gegeben werden. Geschlossene Fritteusen sind außerdem besonders empfehlenswert, da sie den Kontakt des Fettes mit Luftsauerstoff minimieren.
Da das Fett längere Zeit hocherhitzt und oft auch mehrmals verwendet wird, eignen sich hierfür nur die hitzestabilen Fette (wasser- und eiweißfrei) wie Pflanzenhartfette, einige Pflanzenöle (z. B. Erdnussöl), Schmalz und spezielle Frittierfette. Schmalz sollte zum Frittieren nicht mehrmals verwendet werden.
Nach der Benutzung sollte das Fett von Schwebeteilchen befreit werden, z. B. durch Filtern. Das gereinigte Fett sollte dann im Kühlschrank gelagert werden und im Haushalt höchstens vier- bis sechsmal wieder verwendet werden.

6. Backen
Temperaturbereich 100-225 °C
Kuchen und Auflaufteige werden in heißer, trockener Luft (Backofen) unter gleichzeitiger Bräunung gegart.
Bei der Vielzahl der Gebäckarten ist die jeweils richtige Temperatur wichtig. Zu schnelle Krustenbildung durch zu hohe Temperatur verhindert das Aufgehen des Teiges, das Gebäck wird eher verbrannt als gegart zu werden. Zu niedrige Temperatur lässt das Backgut austrocknen.
Zum Backen eignen sich besonders gut die Emulsions-fette Margarine, Butter und halbflüssige Pflanzencremes. Für einige Rezepte können auch Dreiviertel- und Halbfett-Varianten (z. B. für Rührteige) verwendet werden. Für spezielle Teige (z. B. Quark-Öl-Teig) wird auch Pflanzenöl oder Schmalz (z. B. Schmalznüsse) eingesetzt.

7. Grillen
a) am Spieß
Temperaturbereich 150-250 °C
b) auf dem Rost
Temperaturbereich 225-250 °C
Grillen ist die älteste Garmethode. Die Hitze wirkt als Strahlungswärme ohne Leitung durch Wasser oder Fett direkt auf das Gargut ein. Öle und Fette dienen hier nur zum Bestreichen der Oberfläche des Gargutes, z. B. gegen das Austrocknen.

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* Maillard-Reaktion:
Reaktion von reduzierenden Kohlenhydraten, z. B. Glucose, mit Amino-Komponenten wie Aminosäuren, Peptiden und Proteinen.