UNSER INFORMATIONSMATERIAL CD-ROM: Fett in der Ernährung Exogener und endogener Fettstoffwechsel

Exogener Fettabbau
Im Enterozyten werden vorwiegend durch Übertragung freier
Fettsäuren auf 2-Monoglyceride wieder Triglyceride synthetisiert.
Aus diesen entstehen dann zusammen mit verestertem Cholesterin
und Apolipoproteinen (vorwiegend Apolipoprotein B-48) Chylomikronen.
Die Chylomikronen werden in die Lymphe abgegeben und gelangen
über den Ductus thoracicus in den Blutkreislauf. Sie nehmen
in der Blutbahn aus HDL Apolipoproteine, darunter auch Apolipoprotein
C-II, auf. Apolipoprotein C-II ist ein Aktivator der Lipoproteinlipase.
Dieses ist ein Enzym, das vor allem an den Endothelien der kleinen
Blutgefäße im Muskel- und Fettgewebe lokalisiert
ist. Durch die Lipoproteinlipase wird der Triglyceridgehalt
der Chylomikronen vermindert, die dabei freigesetzten freien
Fettsäuren und Monoglyceride werden in Fettgewebe und Muskulatur
aufgenommen. Die bei diesem Prozess entstandenen Chylomikronen
Remnants sind reich an Cholesterinestern und können dann
aufgrund des von HDL übertragenen Apolipoproteins E in
die Leberzellen aufgenommen werden. Bisher ist es nicht gelungen,
einen Chylomikronen-Remnant-Rezeptor an der Leberzelle exakt
zu charakterisieren.
Endogener Fettabbau
VLDL werden in der Leberzelle synthetisiert und in die Blutzirkulation
abgegeben. Sie enthalten neben Apolipoprotein B-100 auch die Apolipoproteine
E und C und werden wie die Chylomikronen durch die Lipoproteinlipase
zu Lipoproteinen intermediärer Dichte (IDL) und schließlich
durch die hepatische Triglyceridlipase zu LDL abgebaut. Durch Apolipoprotein
C-I wird wahrscheinlich die Wiederaufnahme von VLDL in die Leberzelle
gehemmt. Aber bereits die IDL können vorwiegend über ihren
Apolipoprotein-E-Anteil an den so genannten Apolipoprotein-B-100-
und -E-abhängigen LDL-Rezeptor binden und so verstoffwechselt
werden. Die LDL werden zu 6070 % durch Bindung und Aufnahme
an diese LDL-Rezeptoren, die sich in nahezu allen Geweben des menschlichen
Körpers finden, aus dem Blut entfernt. Die Bindung erfolgt durch
das einzige in den LDL noch vorhandene Apolipoprotein, das Apolipoprotein
B-100. Die rezeptorvermittelte Aufnahme der LDL dient der Versorgung
der Zellen mit Cholesterin. Es ist dort ein wichtiger Membranbestandteil
und Ausgangssubstanz für die Synthese von Steroidhormonen (Nebenniere,
Hoden und Ovarien) und Vitamin D. Daher findet sich der dichteste
Besatz mit LDL-Rezeptoren an Zellen der Nebennierenrinde, des Hodens
und der Ovarien. Den quantitativ größten Anteil an der
LDL-Elimination leistet jedoch die Leber. Die Höhe der LDL-Konzentration
im Blut ist damit neben dem Ausmaß der Produktion aus VLDL und
IDL auch abhängig vom Ausmaß der Aufnahme in die Zellen,
d. h. von der Anzahl der zur Verfügung stehenden funktionsfähigen
LDL-Rezeptoren. Die Aufnahme der LDL über LDL-Rezeptoren kann
allerdings ab Konzentrationen von etwa 200 mg/dl nicht weiter zunehmen,
da alle Rezeptoren abgesättigt sind.
3040 % der im Blut vorhandenen LDL werden aber nicht über
LDL-Rezeptoren verstoffwechselt, sondern über den so genannten
Scavenger-Pathway in Makrophagen eingeschleust. Im Gegensatz zur Aufnahme
über LDL-Rezeptoren (siehe Folie 13) ist die Aufnahme über
den Scavenger-Pathway unbegrenzt. Die Expression von so genannten
Scavenger-Rezeptoren wird nämlich durch den zellulären Cholesteringehalt
nicht beeinflusst.
Die Makrophagen können daher mit Cholesterinestern überladen
werden und sich in so genannte Schaumzellen umwandeln. Schaumzellen
finden sich bereits in frühen Stadien atherosklerotischer Läsionen.
Bei Inkubation mit nativen, also nicht chemisch veränderten LDL
lassen sich die Makrophagen nicht zu Schaumzellen umwandeln. Wird
die Inkubation jedoch mit chemisch veränderten LDL durchgeführt,
kann eine rasche Aufnahme der Lipoproteinpartikel in die Makrophagen
beobachtet werden. Bei der chemischen Modifikation handelt es sich
vor allem um eine Oxidation oder Acetylierung, aber auch um Komplexbildungen
von LDL mit Antikörpern oder anderen Substanzen.
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