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Foliensatz mit Begleittexten:
Essen mit Genuss und Verstand - Fett ist nicht gleich fett

Energieerhaltungssatz

Eigentlich ist es eine Binsenweisheit: Wer zu viel isst und trinkt, also mehr Energie aufnimmt als er verbraucht, nimmt zu. Wenig hilfreich ist der Vergleich mit dem eigenen Bruder, der überhaupt nicht zunimmt, obwohl er mehr isst. Denn inzwischen hat die Wissenschaft längst herausgefunden, dass es sehr wohl gute und schlechte "Futterverwerter" gibt. Wenn man zunimmt, dann verbraucht man eben weniger Energie als man aufnimmt. Besonders unangenehm ist auch die Tatsache, dass man im Alter weniger Energie benötigt - der Appetit aber bleibt der gleiche - immer vorausgesetzt, man ist gesund.

Die Ursache für die Entstehung von Übergewicht und Fettsucht (Adipositas) ist meist eine positive Energiebilanz: Dem Organismus wird bei insgesamt (durch Abnahme der Arbeitsschwere und der körperlichen Aktivität) gesunkenem Energiebedarf Nahrungsenergie im Überschuss zugeführt, nicht verbraucht und daher in Körperfett umgewandelt und als solches gespeichert. 60 - 70 kcal (250 - 290 kJ) mehr an Nahrungsenergie aufzunehmen, bedeutet täglich 10 g Körperfett anzusetzen, d.h., dass in einem Monat das Körpergewicht um 0,3 kg, in einem Jahr um 3,6 kg zunehmen würde.

Am Übergewicht kann auch eine über das Hunger- und Sättigungsgefühl gestörte Regulation der Nahrungsaufnahme mit beteiligt sein. Schwerer Knochenbau, Zunahme an Muskulatur, Wasseransammlung im Körper sowie Schilddrüsenunterfunktion oder Fettstoffwechselstörungen kommen als Ursachen von Übergewicht weniger in Betracht.

Eine Fettansammlung im Körper erfolgt einerseits über eine Erhöhung der Anzahl der Fettzellen mit dem Grad der Fettsucht (hyperplastischer Typ), andererseits bei unveränderter Anzahl der Fettzellen durch deren Vergrößerung (hypertrophischer Typ).

Eine natürliche, wenn auch mühsame Möglichkeit, das Fett abzubauen oder das Gewicht zu halten, besteht darin, den Energieverbrauch durch körperliche Tätigkeit zu steigern. Die wirksamere Alternative ist die Einschränkung der Kalorienzufuhr, am besten verbunden mit Steigerung der körperlichen Aktivität.

Der Energiebedarf ergibt sich aus dem Grundumsatz, dem Arbeitsumsatz (Muskelarbeit), der Thermogenese nach Nahrungszufuhr sowie ggf. dem Bedarf für Wachstum, Schwangerschaft und Stillzeit.

Der Grundumsatz stellt bei üblicher körperlicher Belastung den größten Teil des Energieverbrauchs dar. Seine Größe ist eng korreliert mit der fettfreien Körpermasse. Diese nimmt mit dem Alter ab. Männer haben wegen der größeren fettfreien Körpermasse einen höheren Grundumsatz als Frauen [Beispiel DGE (25 - 51 Jahre): Grundumsatz 1740 kcal/Tag (Männer) und 1340 kcal/Tag (Frauen)]. Ein weiterer, erheblicher Teil des täglichen Gesamtenergieumsatzes beruht auf dem Energiebedarf für körperliche Aktivitäten, wobei unterschiedliche Berufs- und Freizeittätigkeiten unterschiedliche Energiemengen verbrauchen.

So werden zum Beispiel jeweils 100 kcal verbraucht durch:

Gehen, Wandern ca. 25 min.
Laufen ca. 10 min.
Radfahren ca. 12 min.
Tanzen ca. 15 min.
Schwimmen ca. 15 min.
Gymnastik ca. 20 min.
Tischtennis ca. 20 min.
Tennis ca. 10 min
Federball ca. 15 min.
Fussball ca. 10 min.
Rudern ca. 10 min.
Treppensteigen ca. 12 min.
Staubsaugen ca. 60 min.
Gartenarbeit ca. 30 min.
Rasenähen ca. 16 min.
Schneeegen ca. 12 min.

International hat es sich durchgesetzt, den durchschnittlichen täglichen Energiebe-darf unter Berücksichtigung der körperlichen Aktivitäten als Mehrfaches des Grund-umsatzes (= basal metabolic rate, BMR) und nicht mehr absolut (in MJ oder kcal) anzugeben. Dieser Wert wird als körperliche Aktivität (= physical activity level, PAL) bezeichnet (siehe auch Text zu Folie 8).

Weitere Literatur:
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 1. Auflage (2000), S. 23 ff - Umschau Braus GmbH Verlagsgesellschaft Frankfurt