UNSER INFORMATIONSMATERIAL Foliensatz mit Begleittexten: Fett in der Ernährung Durchschnittliche Fettaufnahme in Deutschland

In den Jahren 1985 bis 1988 wurde in der Bundesrepublik Deutschland
(alte Bundesländer) im Auftrag des Bundesministers für
Forschung und Technologie die für die gesamte Bevölkerung
repräsentative Ernährungserhebung NVS (Nationale Verzehrsstudie)
durchgeführt. Alle Personen (n = 24.632) einer Stichprobe (n
= 11.141) deutscher Privathaushalte führten dazu über
sieben Tage ein Ernährungs- und Tätigkeitsprotokoll. Ein
Haushalt repräsentierte damit rund 2.000 andere Haushalte in
der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin in den Grenzen vor
dem 3. Oktober 1990. Zusätzlich wurde in jedem Haushalt mit
einer per Zufall bestimmten über 14 Jahre alten Person (Zielperson)
ein persönliches Strukturinterview durchgeführt.
Dieses Strukturinterview umfasste u. a. die Themenbereiche:
- Soziodemographische Strukturdaten der Haushaltsmitglieder
- Ökonomische Daten der Haushaltsmitglieder sowie Verzehrsgewohnheiten
- Informations-/Kaufverhalten bei Lebensmitteln
- Genussmittelkonsum
- Krankheits-/Beschwerdesituation und
- Arbeit, Beruf und Freizeitaktivitäten der
Zielperson
Aus den über 18-jährigen Zielpersonen der Haushaltsstichprobe
wurde eine Unterstichprobe gezogen. Diese Personen (n = 2.006) wurden
im Rahmen der VERA-Studie (Verbundstudie Ernährungserhebung
und Risikofaktoren-Analytik) zusätzlich mit klinischchemischen
und klinischbiochemischen Methoden untersucht. Das Untersuchungsspektrum
umfasste klinischchemische Risikoindikatoren, Messwerte zum Versorgungsstatus
mit essenziellen Nährstoffen und Belastungsmesswerte wie Schwermetalle.
Die Nationale Verzehrsstudie stellt in der Bundesrepublik Deutschland
die bislang umfangreichste Verzehrserhebung dar. Basis für
die Berechnungen (auch die der Fettzufuhr) war die Nährstoffdatenbank
des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS) in der Version I. Außerdem
ist zu berücksichtigen, dass in den Erhebungszeitraum der NVS
der Reaktorunfall von Tschernobyl fiel, der das Ernährungsverhalten
in der Bevölkerung veränderte. Daher sind die Daten in
der Folie nicht ganz richtig. So liegen die von der DGE im Ernährungsbericht
1996 korrigierten Daten für den Fettverzehr der männlichen
Personen unter Berücksichtigung des BLS II.2 etwas niedriger.
Es bleibt aber festzustellen:
Eine Gegenüberstellung von Fettzufuhr und Richtwert der DGE,
als Erwachsener 30 % der Energie als Fett zuzuführen, weist
für alle Altersgruppen von erwachsenen Männern und Frauen
nach wie vor eine zu hohe relative Fettzufuhr aus. Dies ist umso
ungünstiger, als der Anteil gesättigter Fettsäuren
zu hoch und jener der ungesättigten Fettsäuren zu niedrig
ist. Der Anteil der gesättigten Fettsäuren an der Gesamtfettzufuhr
soll maximal ein Drittel betragen. Der Anteil der einfach ungesättigten
Fettsäuren soll mindestens 10 % und der mehrfach ungesättigten
Fettsäuren bis zu 10 % sein. Zusätzlich liegt die Zufuhr
von Nahrungscholesterin über dem Richtwert für
Erwachsene von 300 mg Cholesterin pro Tag und verursacht in Verbindung
mit der zu hohen Zufuhr der ungünstigen gesättigten Fettsäuren
insgesamt ein hohes Manifestationspotenzial für Störungen
des Fettstoffwechsels, gekennzeichnet durch hohes LDL-Cholesterin.
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