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Foliensatz mit Begleittexten: Fett in der Ernährung
Nahrungsfette und Herzinfarktrisiko

27 randomisierte, kontrollierte Studien, in denen es beabsichtigt war, den Fettgehalt der Nahrung, die Fettsäurezusammensetzung der Nahrung oder die Cholesterinaufnahme bei gesunden Erwachsenen über mindestens sechs Monate günstig zu verändern, wurden in eine Meta-Analyse1 eingeschlossen. Die Gesamtsterblichkeit wurde durch Änderung der Ernährung nur gering um 2 % verringert. Hingegen zeigte sich eine Abnahme der kardiovaskulären Mortalität um 9 % (relatives Risiko 0,91, 95-%-Konfidenzintervall 0,77 - 1,07) und der kardiovaskulären Ereignisse um 16 % (relatives Risiko 0,84, 95-%-Konfidenzintervall 0,72-1,03). In jenen fünf Studien, die eine Dauer von mehr als zwei Jahren aufwiesen, lag die Risikoverminderung für kardiovaskuläre Ereignisse bei 24 % (relatives Risiko 0,76, 95-%-Konfidenzintervall 0,77 - 1,07).
Obwohl es nur mit Einschränkungen möglich ist, Studien mit unterschiedlichen Ansatzpunkten in der Ernährung, unterschiedlicher Dauer, unterschiedlicher Größe oder Teilnehmern unterschiedlichen Alters gemeinsam auszuwerten, zeigt diese Meta-Analyse, dass sich durch Modifikation der Ernährung ein Effekt auf die Häufigkeit kardiovaskulärer Ereignisse erreichen lässt. 1.216 kardiovaskuläre Ereignisse wurden in diesen Studien beobachtet, die Risikoreduktion in der nur kurzen Beobachtungszeit ist daher nicht unerheblich.

Die initiale Cholesterinkonzentration der Teilnehmer lag bei 224 mg/dl, die durch Diät erreichte Senkung bei 24,7 mg/dl (11 %). Selbst in der Scandinavian Simvastatin Survival Study dauerte es zwei Jahre, bis eine LDL-Cholesterinsenkung von 35 % zu einem klinisch nachweisbaren Effekt auf kardiale Ereignisse führte, der dann aber kontinuierlich zunahm. Daher wäre bei längeren Studienzeiten auch durch Ernährungsumstellung ein größerer Effekt auf kardiale Ereignisse zu erwarten gewesen. Das Ergebnis dieser Meta-Analyse zeigt deutlich, dass es sich lohnt, mit dem Patienten über die richtige Ernährung zu sprechen. Dies wird auch durch die Tatsache unterstützt, dass die Beratung insgesamt bessere Ergebnisse brachte als wenn die "neue" Ernährung zur Verfügung gestellt wurde. Nicht das passive "Mitmachen" ist gefragt, sondern die Selbstverantwortung. Nicht jeder wird den Bemühungen zur Ernährungsänderung folgen. Aber wer mitmacht, wird mehr profitieren als es die dargestellten Zahlen ausweisen. Denn in die Auswertung gingen ja auch all jene ein, die den Ratschlägen nicht folgen wollten.
Daneben liegen aber auch die positiven Ergebnisse von Interventionsstudien vor, bei denen der Verlauf der koronaren Herzkrankheit angiographisch kontrolliert wurde. Das Ergebnis einer dieser Studien zeigt das Transparent 43.
In der St Thomas' Atherosclerosis Regression Study (STARS) wurden 90 Männer mit koronarer Herzkrankheit entweder mit "normaler Betreuung", fettmodifizierter Diät oder fettmodifizierter Diät und Colestyramin über durchschnittlich 39 Monate behandelt. Das LDL-Cholesterin konnte durch Diät und die Gabe von Colestyramin (n = 24) um 35,9 % reduziert werden, durch Diät (n = 26) um 16,2 % und unter Beobachtung (n = 24) um 3,1 %. Bei der Gesamtbeurteilung der koronarangiographischen Befunde zeigte sich bei 12 % unter Colestyramin, 15 % unter Diät und 46 % unter Beobachtung eine Progression. Die Veränderung der mittleren absoluten Weite der koronaren Segmente war sowohl von den unter der Therapie erreichten LDL-Cholesterinkonzentrationen als auch von der prozentualen Veränderung gegenüber dem Ausgangswert abhängig. Klinische kardiale Ereignisse traten bei zehn Patienten in der Kontrollgruppe, bei drei unter Diät und bei einem unter Diät plus Colestyramin auf.
Die Schlussfolgerung der Arbeit spiegelt das Ergebnis dieser Studie auf den Punkt gebracht wider: Diät allein verzögerte insgesamt die Progression und steigerte die Regression der koronaren Herzkrankheit (genauer der atherosklerotischen Läsionen). Diät und Colestyramin addierten sich in der Auswirkung auf den Durchmesser der Koronarstenosen, also der koronaren Herzkrankheit. Diese Befunde zeigen eindeutig den klinischen Nutzen einer lipidsenkenden Ernährung bei Männern mit koronarer Herzkrankheit, die mäßig erhöhte LDL-Cholesterinwerte aufweisen.

 

Literatur

1Hooper, L., C. D. Summerbell, J. P. T. Higgins, et al.:
Dietary fat intake and prevention of cardiovascular disease: systematic review.
BMJ 322 (2001) 757-763