UNSER INFORMATIONSMATERIAL Foliensatz mit Begleittexten: Fett in der Ernährung Fetthärtung

In Europa standen Ende des letzten Jahrhunderts neben der teuren
Butter als einheimische Rohstoffe für den Fettverzehr Talg,
Schmalz und vor allem Seetieröle zur Verfügung. Dazu kamen
pflanzliche Öle.
Zur Herstellung von Backfetten und Margarine, die Ende des letzten
Jahrhunderts ihre Verbreitung begann, brauchte man neben Ölen
auch feste Fette, da aus Ölen allein nur Mayonnaise, aber keine
Margarine hergestellt werden kann. W. Normann erhielt 1903 ein Patent
zur wirtschaftlichen Härtung (Hydrierung) von tierischen und
pflanzlichen Ölen: Bei hohen Temperaturen wird unter erhöhtem
Druck und in Gegenwart eines Katalysators Wasserstoff in das Öl
geleitet. Dieser lagert sich an die Doppelbindungen an, sodass nach
und nach aus den ungesättigten Fettsäuren gesättigte
Fettsäuren entstehen, die einen höheren Schmelzpunkt des
Fettes bewirken. Der Prozess kann in jedem Stadium abgebrochen werden,
sodass Fette mit beliebigem Schmelzpunkt hergestellt werden können.
Durch Mischen dieser gehärteten Öle oder von Natur aus
bei Zimmertemperatur festen Fette mit ungehärteten Ölen
kann nun Margarine hergestellt werden. Je weicher eine solche Fettkompossition
bei Innen- und Kühlschranktemperatur ist, desto höher
ist der Anteil ungehärteten Öls und desto gesünder
ist das Nahrungsfett.
Verteilung von trans-Fettsäure-Isomere C 18:1 in Milchfett
und Margarine

Im Pansen der Milchkuh werden die über das Futter aufgenommenen
Öle ebenfalls gehärtet.
Die bei der Hydrierung im Pansen der Kuh und der chemischen Hydrierung
entstehenden gesättigten Fettsäuren unterscheiden sich im
Aufbau nicht. Unterschiedlich sind die Kettenlängen der gesättigten
Fettsäuren, die in der Butter in größeren Anteilen
aus C12:0 bis C16:0, bei der Härtung von Ölen jedoch aus
C18:0 bestehen. Das ist entscheidend für unsere Gesundheit, da
die C18:0 (Stearinsäure) die LDL-Cholesterinkonzentration im
Blut nicht erhöht. Die bei industrieller Härtung und im
Pansen der Kuh entstehenden trans-Fettsäuren sind nach der Art
gleich, nur die Anteile differieren (Abbildung links).
Durch die Härtung werden aus Ölen mehr oder minder feste
Fette hergestellt. Öle bestehen im Wesentlichen aus den ungesättigten
Fettsäuren Ölsäure (C18:1) und Linolsäure (C18:2),
manche haben geringe Anteile an a-Linolensäure
(C18:3). Die Ziffer hinter dem Doppelpunkt gibt dabei die Zahl der
Doppelbindungen an, d. h. die Linolsäure ist eine zweifach ungesättigte
Fettsäure. Wenn an die Doppelbindungen der ungesättigten
Fettsäuren mit Hilfe eines Katalysators Wasserstoff angelagert
wird (= hydrieren), erhöht sich der Schmelzpunkt der Fettsäuren
und damit der des Fettes. Es wird härter.
Der Prozess läuft im Prinzip wie folgt ab:

Durch Änderung der Bedingungen (Katalysatortyp, Temperatur,
Zeit, Druck) kann der Prozess gezielt gesteuert werden.
Die bei der vollständigen Härtung entstehende Stearinsäure
erhöht, wie schon erwähnt, LDL-Cholesterin nicht (siehe
Folie 27).

Schrittweise Hydrierung der a-Linolensäure
zur Stearinsäure.
Quelle: Wolff, R. L., D. Precht, J. Molkentin: Occurrence
and distribution of trans-18:1 acids in edible fats of natural orgin.
In: Sebedio, J. L., W. W. Christie (Hrsg.): Trans Fatty Acids in Human
Nutrition.
The Oily Press (1998).
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