UNSER INFORMATIONSMATERIAL Foliensatz mit Begleittexten:
Essen mit Genuss und Verstand - Fett ist nicht gleich fett
Durchschnittliche Fettzufuhr
in Deutschland im Vergleich zu DGE-Empfehlungen
Wie für alle Nährstoffe erarbeitet die Deutsche
Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit vielen Jahren auch Empfehlungen
für die Fettzufuhr. Die neuen Referenzwerte für den Fettverzehr
beziehen sich sowohl auf die empfohlene Fettmenge pro Tag als
auch auf die Zusammensetzung des Fetts, also auf die Fettsäuren.
Nahrungsfette sind wichtige Energielieferanten und Träger essentieller
Fettsäuren und fettlöslicher Vitamine, ihr Brennwert pro Gramm
übersteigt aber den von Kohlenhydraten und Eiweiß um mehr als
das Doppelte. Da Fett auch der bedeutendste Aromaträger ist (fettarmer
Käse schmeckt vielen Menschen lange nicht so gut wie ein fettreicher),
ist die Neigung, viele fettreiche Lebensmittel - oft versteckt
in Wurst, Käse, Sauce etc. - zu essen, in unserem Land sehr groß:
Nicht die Fettaufnahme, sondern die Aufnahme von Kalorien ist
dabei das Problem.
Neben der täglich verzehrten Fettmenge kommt es aber auch entscheidend
auf die Zusammensetzung des Fettes an.
So weiß man aus vielen wissenschaftlichen Studien, dass bestimmte gesättigte
Fett-säuren das "böse" LDL-Cholesterin im Blut erhöhen. Daher gibt die
DGE auch eine Empfehlung zur Aufnahme von gesättigten Fettsäuren.
Einige mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind lebensnotwendig (essentiell),
da sie der menschliche Körper nicht selbst herstellen kann, aber benötigt.
Daher gibt es auch zu mehrfach ungesättigten Fettsäuren Referenzwerte.
Für Personen mit leichter und mittelschwerer Arbeit werden von der DGE
als Richtwert 30 % der Energiezufuhr als Fett empfohlen.
Ein Unterschreiten dieser Menge bis zu 25 % Fett ist nach den Empfehlungen
der DGE nicht bedenklich, sondern eher günstig, weil dabei in der Regel
auch mehr pflanzliche Lebensmittel verzehrt werden.
Der Verbrauch an gesättigten Fettsäuren darf einen Anteil von
einem Drittel der als Fett zugeführten Energie nicht überschreiten.
Da Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren oft reichlich Cholesterin
enthalten, führt ein geringerer Verzehr von gesättigten Fettsäuren gleichzeitig
zu der erwünschten Senkung der Cholesterinzufuhr. Diese sollte
300 mg/Tag nicht wesentlich übersteigen. 30 % der Energiezufuhr als
Fett entsprechen bei einer als Beispiel für Männer angenommenen Gesamtenergie-zufuhr
von 2400 kcal (10,0 MJ) einer täglichen Aufnahme von 80 g Fett.
Eine Beschränkung der Fettzufuhr im höheren Alter passt das Energieangebot
dem geringeren Energiebedarf an, wobei auch bei Senioren erhebliche
Unterschiede in der körperlichen Aktivität zu berücksichtigen sind.
Bei einer Fettaufnahme des Erwachsenen bis zu 30 % der Gesamtnahrungsenergie
sollte der Anteil langkettiger gesättigter Fettsäuren maximal ein Drittel
der als Fett zugeführten Energie betragen, entsprechend 10 % der Gesamtenergie.
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollten etwa 7 % der Nahrungsenergie
liefern bzw. bis zu 10 %, wenn die Zufuhr von gesättigten Fettsäuren
10 % der Gesamtenergie überschreitet, um einem Anstieg der Cholesterinkonzentration
im Plasma entgegenzuwirken. Dabei sollte die Zufuhr von a-Linolensäure
erhöht werden, um das Verhältnis von Linolsäure (Omega - 6) zu a-Linolensäure
(Omega - 3) auf etwa 5 : 1 abzusenken. Einfach ungesättigte Fettsäuren
(z. B. Ölsäure) decken den Rest der Fettzufuhr ab, d.h. sie können auch
in einer Menge von mehr als 10 % der Gesamtenergie zugeführt werden.
Werden mehr als 30 % der Gesamtenergiezufuhr als Fett zuge-führt, sollte
das mehr aufgenommene Fett vor allem einfach und mehrfach ungesättigte
Fettsäuren enthalten, um die Cholesterinkonzentration im Plasma nicht
anzuheben.
Die Nationale Verzehrsstudie (NVS) ist die bisher umfangreichste deutsche
Verzehrsstudie. An ihr nahmen von Oktober 1985 bis Januar 1989 ca. 23.000
repräsentativ ausgewählte Personen der alten Bundesländer teil. Gleichzeitig
lieferte die NVS Daten für die VERA-Studie (Verbundstudie Ernährungserhebung
und Risikofaktoren Analytik), bei der biochemische und klinische Parameter
erhoben und kombiniert mit den NVS-Daten analysiert wurden, um aus der
Verbindung epidemiologischer und klinischer Daten neue Erkenntnisse
über die komplexen Zusammenhänge von Ernährung und Gesundheit zu gewinnen.
Verglichen mit den Empfehlungen der DGE essen wir nicht nur zu viel
Fett, sondern dabei auch zu viele gesättigte und zu wenig mehrfach ungesättigte
Fettsäuren:
| VERA-StudieMittlere tägliche Nahrungsaufnahme in
den alten Bundesländern im Vergleich zu den DGE-Empfehlungen |
| |
Männer |
Frauen |
DGE |
| Fett in g |
117,7 |
92,0 |
Frauen: 60,0 Männer 80,0 |
| Davon gesättigte |
47 % |
47 % |
Max. 33,3 % |
| einfach ungesättige |
39 % |
39 % |
Min. 33,3 % |
| mehrfach ungesättigte |
14 % |
14 % |
Bis 33,3 % |
| Fettsäuren |
|
|
|
Weitere Literatur:
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 1. Auflage (2000) - Umschau Braus
GmbH Verlagsgesellschaft Frankfurt
Internet: http//www.margarine-institut.de (Button "Basisinformation":
Empfehlungen für die Fettzufuhr, Erhebung zur Fettaufnahme in Deutschland)
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