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Foliensatz mit Begleittexten:
Essen mit Genuss und Verstand - Fett ist nicht gleich fett

Ist und Soll des Nährstoffverbrauches

Jeder Mensch verzehrt im Laufe seines Lebens das Gewicht einer kleinen Elefantenherde. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung berichtet, verbraucht der Bundesbürger im Jahr durchschnittlich etwa 813 Kilogramm Lebensmittel, im Laufe eines Lebens macht das etwa 60 Tonnen Nahrungsmittel aus. Um soviel auf die Waage zu bringen, müssten schon 10 ausgewachsene Tiere auf die Elefantenwaage gestellt werden.

Die tägliche Ernährung setzt sich im Optimalfall aus vielen verschiedenen Lebensmitteln zusammen. Diese wiederum bestehen aus den Nährstoffen. Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße und Vitamine sowie Mineralstoffe sind fast jedermann ein Begriff. Seltener allerdings ist man sich darüber im Klaren, ob diese Nähr- und Wirkstoffe auch im richtigen Verhältnis zueinander aufgenommen werden.

Untersuchungen ergeben immer wieder, dass einzelne Nährstoffe bevorzugt verzehrt werden - meist zu Lasten bestimmter anderer Nährstoffe, die ebenfalls wichtige Funktionen im Körper übernehmen. Dies zeigt auch ein Vergleich der neuen Referenzwerte der DGE mit den Ist-Zahlen für den Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydrateverbrauch:

- wir essen zu viel Fett und zu wenig (komplexe) Kohlenhydrate.

Richtwerte für die Kohlenhydratzufuhr müssen den individuellen Energiebedarf, den Bedarf an Protein und die Richtwerte für die Fettzufuhr berücksichtigen. Für die Deckung des Energiebedarfs spielen Fette und Kohlenhydrate die wichtigste Rolle. Eine vollwertige Mischkost sollte begrenzte Fettmengen und reichlich, d. h. mehr als 50 % der Energiezufuhr, Kohlenhydrate (vorzugsweise Stärke) enthalten.

Dieser Richtwert ist durch wissenschaftliche Untersuchungen begründet, nach denen im anderen Fall ein erhöhter Konsum von (gesättigten) Nahrungsfetten in einem direkten Zusammenhang mit der Häufigkeit von kardiovaskulären Risikofaktoren und daraus resultierenden Erkrankungen stehen würde.

Wichtigste Quellen für die tägliche Aufnahme von 263 g Kohlenhydraten inklusive Zucker in unserer Ernährung sind nach den Daten der Nationalen Verzehrsstudie bei Männern (Durchschnittswerte):

Brot- und Backwaren 107,4 g
Nährmittel 30,2 g
Alkoholische Getränke 23,4 g
Alkoholfreie Getränke 21,6 g
Kartoffeln 19,7 g
Süsswaren 12,4 g
Marmelade/Konfitüre 5,7 g
Einheimisches Frischobst 5,4 g
Südfrüchte 4,6 g
Gemüse 3,7 g

In Deutschland werden laut Ernährungsbericht der DGE mit rund 40 % der Nahrungsenergie relativ wenig Kohlenhydrate zugeführt, davon noch ein wesentlicher Teil in Form von zuckerhaltigen Produkten.

Nahrungseiweiß versorgt den Organismus mit Aminosäuren, die zum Aufbau körpereigener Proteine und weiterer aktiver Substanzen benötigt werden. Der experimentell ermittelte durchschnittliche Bedarf des Erwachsenen an Protein hoher Qualität (Ei, Milch, Fleisch, Fisch) beträgt 0,6 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag. Nach Einbeziehung der individuellen Schwankungen erhöht sich dieser Wert auf 0,8 g Protein pro kg Körpergewicht und Tag. In einer ausgewogenen Mischkost entspricht dies einem Anteil des Nahrungsproteins von 8 - 10 % an der Energiezufuhr von Erwachsenen.

Personen mit leichter und mittelschwerer Arbeit sollten nicht mehr als 30 % der Energie in Form von Fett verzehren. Ein Unterschreiten dieses Richtwertes bis zu 25 % der Energie ist nicht bedenklich, sondern eher günstig. Die Folien 10 und 11 befassen sich eingehend mit den Empfehlungen zur Fettzufuhr.

Weitere Literatur:
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, 1. Auflage (2000) - Umschau Braus GmbH Verlagsgesellschaft Frankfurt