UNSER INFORMATIONSMATERIAL Foliensatz mit Begleittexten:
Essen mit Genuss und Verstand - Fett ist nicht gleich fett
Volumen und Kaloriengehalt von
Nährstoffen und Alkohol
Weil jede im Körper umgesetzte Energie letztlich
als Wärme wieder abgegeben wird, gibt man den Energieumsatz in
Wärmeeinheiten (Kalorien oder Joule) an, ebenso den Energiegehalt
der Nahrung. Der Brennwert eines Grundnahrungsmittels ent-spricht
der Energie, die jeweils 1 g davon enthält. Verbrennt der Organismus
Fette, beträgt dieser Brennwert 9,3 Kilokalorien (kcal) pro Gramm
(g), während mit Kohlenhydraten und Eiweiß nur knapp die Hälfte
- 4,1 kcal/g - verbrannt werden. Rein theoretisch könnte man die
Energie, die der Organismus für seinen Stoffwechsel benötigt,
sehr einseitig nur mit Fett oder nur mit Eiweiß oder Kohlenhydraten
decken. Dem stehen jedoch mehrere Gründe entgegen:
Zum einen besitzt der menschliche Organismus wahrscheinlich nur eine
begrenzte Kapazität, Nahrungsfette sofort zu verbrennen, so dass eine
fettreiche Kost zwangsläufig zum Auffüllen der Fettspeicher führt. Zum
zweiten verbraucht der Organismus bei der Umwandlung von Nah-rungsenergie
in Wärme aus Eiweiß und komplexen Kohlenhydraten 20 bis 30 % der in
ihnen enthaltenen Kalorien, aus Fett dagegen nur 3 %, was ebenfalls
zur Fettanlagerung beiträgt. Drittens sättigt bei gleichem Kalorienangebot
eine fettreiche Nahrung deutlich geringer als eine kohlenhydrat- und
eiweißbetonte Kost. Und schließlich benötigt der menschliche Organismus
viele verschiedene Nährstoffe - ganz ab-gesehen von der mit ihnen gelieferten
Energie -, um seinen Aufgaben gerecht zu werden. Dabei handelt es sich
bei etwa 50 Nährstoffen um essentielle, also lebensnotwendige Stoffe,
die im menschlichen Organismus verbraucht, aber nicht selbst hergestellt
werden können. Ihre Depots müssen ständig neu aufgefüllt werden. Diese
essentiellen Nährstoffe sind sowohl in den energieliefernden Nährstoffen
Fett und Eiweiß enthalten als auch in den nicht Energie liefernden.
Eine abwechslungsreiche Kost verhindert deshalb am ehesten Nährstoffdefizite.
Das Volumen spielt eine große Rolle beim Sättigen: Eine Portion Salami
(20 g) enthält 9 g Fett und hat ca. 100 kcal. Die gleichen 100 kcal
sind in 700 g Kopfsalat enthalten!
Die Mischung macht's also, hier 7 lebenswichtige Nahrungsmittel-Gruppen
Gruppe 1:
Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln und Reis sind wertvolle,
kohlenhydratreiche Lebensmittel, die gleichzeitig pflanzliches Eiweiß,
Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe liefern
Gruppe 2:
Gemüse und Hülsenfrüchte enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe,
sättigen, sind ballaststoffreich und energiearm.
Gruppe 3:
Obst ist aufgrund seines natürlichen Fruchtzuckergehaltes energiereicher
als Gemüse und enthält je nach Sorte unterschiedlich viel Vitamine,
Mineral- und Ballaststoffe.
Gruppe 4:
Getränke liefern etwa die Hälfte der lebensnotwendigen Flüssigkeit.
Mineral- oder Leitungswasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
eignen sich am besten, weil kalorienarm oder kalorienfrei, als Durstlöscher.
Gruppe 5:
Milch- und Milchprodukte enthalten neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten
Calcium als wichtigen Mineralstoff für den Aufbau von Knochen und Zähnen.
Gruppe 6:
Fleisch, Wurst, Fisch und Eier sind die Hauptlieferanten für
tierisches Eiweiß und Fett und verfügen über einen hohen Gehalt an wichtigen
Mineralstoffen (z. B. Eisen) und Vitaminen (z. B. Vitamin B1).
Gruppe 7:
Fette und Öle versorgen den Organismus nicht nur mit Energie,
sondern auch mit den lebensnotwendigen fettlöslichen Vitaminen und Fettsäuren
und sie sorgen für den guten Geschmack der Speisen. Vor allem die "versteckten"
Fette in Wurst, Käse, Fleisch, Eiern, Sahne, Süßigkeiten oder Snacks
gelten als Dickmacher, denn je höher der Fettgehalt ist, desto besser
schmecken sie.
Alkohol gehört nicht zur "lebensnotwendigen Mischung". Zwar wird
immer wieder gesagt, dass Rotwein Flavonoide enthält, die dem Herzinfarkt
entgegenwirken, aber die sind auch im roten Traubensaft enthalten. Die
Referenzwerte der DGE für Alkohol sind daher auch recht gering: Für
den gesunden Mann sind 20 g pro Tag "ge-sundheitlich verträglich", diese
sollten aber nicht täglich aufgenommen werden. Für die gesunde Frau
sind es gar nur 10 g Alkohol. In unserem Faltblatt "Gesund und fit -
Dem Fett auf der Spur" haben wir einige Alkoholwerte angegeben: Mit
eineinhalb Flaschen Pils oder einem Glas Rotwein haben wir unser Soll
als Männer schon er-reicht. Und das ist die "schlechte Nachricht", wie
sie im Text der letzten Folie angekündigt wurde. Und da wir keinen Speicher
für Alkohol haben, wird dieser vor dem Fett verbraucht und so das Fett
zurückgehalten - daher der Name Bierbauch. Männliche Erwachsene (25
- 51 Jahre) nehmen in Deutschland im Durchschnitt ca. 7 % der Energie
in Form von Alkohol auf!!
Weitere Literatur:
Faltblatt "Gesund und fit - dem Fett auf der Spur" des Margarine-Instituts
für gesunde Ernährung (auch im Internet http//www.margarine-institut.de
unter dem Button "Unser Informationsmaterial") Referenzwerte für die
Nährstoffzufuhr, 1. Auflage (2000), S. 65 ff - Umschau Braus GmbH Verlagsgesellschaft
Frankfurt
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